Düngung

Sorghum hat einen sehr hohen Bedarf an Phosphat und Kalium, weshalb eine organische Düngung für die Pflanze sehr gut geeignet ist. Durch die lange Wachstumsperiode und den spät einsetzenden Nährstoffbedarf verwertet Sorghum organische Düngestoffe sehr gut. Zudem besteht die Möglichkeit, im Juni Gärreste noch effektiv zu nutzen. In der Praxis hat sich eine Kombination aus organischen und mineralischen Düngern bewährt. Sorghum kann sich Nährstoffe sehr gut aneignen. Bei der standortangepassten Düngung ist es wichtig, den verfügbaren mineralisierten Stickstoff im Boden (Nmin) ebenfalls zu berücksichtigen. Mit einer moderaten Stickstoffdüngung lassen sich bei Sorghum hohe TM-Erträge erzielen. Höhere N-Gaben sind unwirtschaftlich, da sie angesichts der hohen Kosten nicht den entsprechenden Mehrertrag versprechen.

Sorghum kann sich die Nährstoffe im Boden gut aneignen, wenn die Düngung an den Standort angepasst ist und dabei auch der Stickstoffgehalt im Boden berücksichtigt wird. Die gute Tiefenausschöpfung des Bodenwassers mit dem enthaltenen Stickstoff führt, dass die Nitratkonzentration im Sickerwasser geringer ist als bei Mais.

Unterfußdüngung

Der Einsatz von einem Maissägerät, wie es meistens üblich ist, ermöglicht eine Unterfußdüngung. Beim Vergleich mit Mais lässt sich feststellen, dass Sorghum eine wesentlich schlechtere Jugendentwicklung hat. Deshalb bietet sich der Einsatz eines Stickstoff-Phosphor-Düngers in einem Düngeband mit hoher Konzentration an. Damit erhält die junge Pflanze sehr früh Nährstoffe, die schnell zur Verfügung stehen und die Jugendentwicklung vorantreiben. Insbesondere wenn die Bodentemperaturen relativ niedrig sind und unter insgesamt kühlen Bedingungen sichert eine Unterfußdüngung die Jugendentwicklung ab. In der Praxis lassen sich damit Mehrerträge und ein höherer TS-Gehalt erzielen.

Krankheiten und Schädlinge

Sorghum ist in Deutschland eine noch relativ neue Kulturpflanze. Doch wie andere Nutzpflanzen auch, ist sie bereits mit Schädlingen und Krankheiten konfrontiert. Allerdings fehlt Erfahrung über einen längeren Zeitraum mit dieser Pflanze, um eine zuverlässige Aussage machen zu können, wie anfällig Sorghum als Kulturpflanze ist.

Krankheiten

Sorghum spielt in Deutschland als Silage für die Gewinnung von Biogas und teilweise auch als Futterpflanze eine Rolle. Hierbei haben sich Blattkrankheiten bisher als besonders problematisch erwiesen.

Eine bedeutende Krankheit ist Exserohilum turcicum. Diese Krankheit hieß früher Helminthosporium turcicum. Sie verursacht zunächst durchscheinende Flecken, die mit der Zeit zusammenfließen. Höhere Sommertemperaturen und erhöhte Niederschläge im Sommer begünstigen diese Krankheit. Als Infektionsquelle konnten infizierte Pflanzenreste identifiziert werden. Eine chemische Bekämpfung mit Fungiziden ist theoretisch möglich. Allerdings existiert dafür keine Zulassung. Die chemische Bekämpfung ist in Deutschland verboten. In der Sorghum-Züchtung ist die Blattgesundheit ein wichtiges Selektionskriterium. Die Toleranz gegenüber Helminthorosporium (HTR) wird züchterisch immer weiter verbessert.

Schädlinge

Der für den Mais sehr bedrohliche Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera) und seine Larven können sich nach neuen Erkenntnissen in Sorghum nicht entwickeln. Mais und Miscanthus sind für diesen Schädling die besseren Wirtspflanzen. Sorghum eignet sich deshalb besonders gut, um maisbetonte Fruchtfolgen aufzulockern, bevor der Maiswurzelbohrer darin Schaden anrichten kann.

Der Maiszünsler (Ostrinia nuilalis) ist ein Schädling, der auch Sorghum befällt. Allerdings sind die Schäden nicht so groß wie an den Maispflanzen. Die schwächere Jugendentwicklung des Sorghums ist Grund dafür, dass der Zünsler seine Eier nicht primär daran ablegt. Die Falter bevorzugen weit entwickelte Pflanzen. Der Schwerpunkt der Eiablage liegt deshalb auf Maispflanzen, die eine gute Jugendentwicklung aufweisen.

Der Drahtwurm (Agriotes-Arten) schädigt Pflanzen bereits im frühen Stadium. Er frisst das Saatkorn oder den Keimling. Die Larven bohren sich bei größeren Pflanzen unterirdisch in den Stängel. Das führt zum Absterben der gesamten Pflanze. Schäden treten insbesondere in den ersten drei Jahren nach dem Grünlandumbruch auf. Insektizide Beizmittel, die gegen Drahtwurmbefall helfen würden, sind in Deutschland derzeit nicht zugelassen. Einzige Maßnahme, um die Sorghum-Pflanzen zu schützen, ist die Förderung einer zügigen Jugendentwicklung.

Blattläuse richten insbesondere an den oberirdischen Pflanzenteilen Schaden an. Blattlausbefall führt zu Deformationen an den Blättern und Rispen. Zudem übertragen Blattläuse verschiedene Viruskrankheiten.

Pflanzenschutz

Die Jugendentwicklung der Sorghumpflanze ist langsam. Deshalb ist Unkrautbekämpfung sehr wichtig, dabei insbesondere die Kontrolle von Ungräsern. Die Schadhirse ist dabei ein schwerwiegendes Problem. Für die Bekämpfung sind verschiedene Herbizide genehmigt. Generell sollten Flächen mit starkem Hirseunkrautdruck gemieden werden. Studien zeigten, dass die Behandlung von Sorghum mit Herbiziden auf einem Standort mit hohem Unkrautdruck zu Mehrerträgen von bis zu 30 Prozent im Jahresmittel führt, im Vergleich zu unbehandelten Flächen. Dabei war die Wirksamkeit der Herbizide stark vom Applikationszeitpunkt abhängig, wie Witterung, Unkräuter, Bodenfeuchte oder Entwicklungsstadium der Kulturhirse. Die verwendeten Herbizide haben die dikotylen (zweikeimblättrigen) Unkräuter ausreichend erfasst.

Der Einsatz von genehmigten Herbiziden in Sorghum ist erst gestattet, wenn die Pflanze drei Laubblätter entfaltet hat und die Spitze des vierten sichtbar ist (BBCH 13). Bei der Bekämpfung der Ungräser gibt es noch eine weitere Schwierigkeit: der Bekämpfungstermin. Sorghum entwickelt sich in der Jugendzeit sehr langsam und ist sehr kälteempfindlich. Das gibt den Schadhirsen einen möglichen Entwicklungsvorsprung. Der ideale Bekämpfungszeitpunkt liegt sehr häufig vor dem Dreiblattstadium der Sorghum-Pflanze. Damit die Herbizide schon früher zum Einsatz kommen dürfen, muss das Saatgut mit einem Safener behandelt sein. Ein Safener ist ein Schutz, der den Abbau des Herbizidwirkstoffs in der Kulturpflanze fördert.