Sorghum Sudangras Saatgut

Die Sorghumpflanze (auch Sudangras oder Sorghum bicolor genannt) zählt zur Familie der Süßgräser und ist einjährig.

Sie sieht der Maispflanze sehr ähnlich. Und ist ihr auch Trockenmasse-Ertrag ähnlich.

Allerdings bildet sie eine Rispe aus und keine Kolben wie die Maispflanze.

Die Wuchshöhe ist je nach Sorte enorm und kann bis zu 5 m erreichen.

Das sehr feine Wurzelsystem reicht tief in die Erde. Dadurch erreicht die Pflanze in diesen Tiefen Nährstoffe und Wasser, an die nur wenige andere Pflanzen herankommen.

Der wichtigste Vorteil von Sorghum: der Wasserbedarf liegt um 20 – 30% niedriger als bei Mais.

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Überblick Sorghum-Arten

Sorghum Sudangras Arten Überblick

Sudangras-Kreuzung biocolor x Sudanese

Sorghum Sudan ist eine Kreuzung aus Sorghum Sudanense und Sorghum bicolor. Diese Sudangrashybride ist eine sehr frühreife Sorte und ein eher etwas ertragsschwacher Zwischentyp.

Sudangras Sorghum Sudanese

Der zweite Typ ist Sorghum Sudanense. Dabei handelt es sich um ein stark bestockendes Sudangras, das eine ertragsrelevante Blattmasse entwickelt. Der TS-Gehalt ist hoch. Die Pflanze eignet sich zur Mehrschnittnutzung, da sie ein hohes Wiederaustriebsvermögen besitzt.

Futterhirse und Körnerhirse Sorghum bicolor

Die am häufigsten domestizierten Formen weltweit gehören zur Art Sorgum bicolor. Sie tragen bräunliche Körner. Bei vielen Sorghumarten enthalten die Körner Bitterstoffe, die die Pflanze je nach Konzentration vor Fraßfeinden schützen, insbesondere vor Vogelfraß. Das ist der sogenannte bird-resistent Sorghum.

Von Sorghum bicolor mit einer Halmdicke bis 2,5 cm gibt es drei verschiedene Sorten.

Sorghum bicolor vom Futtertyp eignet sich gut als Silage zur Fütterung und erreicht eine große Wuchshöhe. Die massewüchsigen Sorten sind optimal für die Biogasproduktion. Auch bei dieser Sorte ist der TS-Gehalt gering und die Pflanze schwach bestockend.

Körnersorghum ist kurz und standfest. Die Rispen sind kompakt und zur Körnernutzung geeignet. Der TS-Gehalt ist hoch und die Pflanze ist stark bestockend. Körnersorghum ist glutenfrei und sehr stärkehaltig. Auch diese Pflanze eignet sich bestens für die Biogasproduktion.

Sorghum bicolor vom Zuckertyp hat im Stängel einen hohen Zuckergehalt, wächst massebetont und ist schwach bestockend – das bedeutet, sie bildet nur wenige Seitentriebe von unten heraus. Der Gehalt an Trockensubstanz (TS-Gehalt) ist gering.

Sorghum als nachwachsender Rohstoff

Sorghum wird auch als Energiepflanze immer bedeutender. Das Biomassepotenzial der Pflanze ist so hoch wie das der Maispflanze, besonders bei massewüchsigen Pflanzen wie dem Sorghum bicolor. 

In den USA dient die Zuckerhirse zunehmend auch der Herstellung von Bioethanol.

Auch Ernährungsphysiologisch ist Sorghum sehr wertvoll. Die Pflanze besteht zu 60 bis 75 Prozent aus Kohlenhydraten, zu 8 bis 13 Prozent aus Proteinen mit einer guten biologischen Wertigkeit und zu 4 bis 6 Prozent aus Fett.

Sorghum als Nahrungsmittel

Die Mohrenhirse, wie Sorghum bicolor auch genannt wird, ist in Entwicklungsländern ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Die Menschen verwenden sie ähnlich wie Reis und machen aus dem ganzen Korn Brei, Fladen und Grütze, sogar Bier wird daraus gebraut. Zum Brotbacken eignet sich Hirse nur bedingt, da sie kein Klebereiweiß enthält.

Die Hirse vom Fasertyp dient der Herstellung von Besen und wird als Baumaterial oder in der Papierherstellung verwendet. Blätter und Stroh des Sorghum bicolor dienen außerdem als Viehfutter.

Aus der Zuckerhirse lässt sich Melasse, Silage und Grünfutter herstellen. Sie dient in Entwicklungsländern auch als Baumaterial und Brennstoff.

Anbaufläche Sorghum

Die Anbaufläche von Sorghum in Europa hat sich von 2018 bis 2019 um 6 Prozent oder 9.000 ha ausgeweitet. Das ist hauptsächlich auf die Aktivitäten der Landwirte in Frankreich, Rumänien und Ungarn zurückzuführen.

Der Hauptanteil des in Europa angebauten Sorghums ist für die Verwendung von Tierfutter. Als Biogassubstrat ist Sorghum ebenfalls gut zu verwenden.Doch auch für die menschliche Ernährung ist das Korn geeignet. Dafür sprechen Glutenfreiheit, leichte Verdaulichkeit und der hohe Vitamingehalt.

Substratqualität und Biogasausbeute

Ein hochwertiges Biogassubstrat zeichnet sich durch ein hohes Potenzial, Gase zu bilden, aus. Dies hängt wesentlich von der inhaltsstofflichen Kombination der eingesetzten Substrate ab.

Die wertgebenden Inhaltsstoffe und deren Verdaulichkeit (nach der Futterwerttabelle des DLG) wurden als Grundlage verwendet, um rein theoretisch mithilfe der Baserga-Formel die Biogas- und Methanausbeute unterschiedlicher Fruchtarten zu ermitteln.

Sorghumhirsen haben, verglichen mit Mais, einen höheren Gehalt an Rohfaser (RF) und Rohasche (RA). Auch die Rohfett(RL)-Gehalte sind niedriger. Daraus resultiert der geringere, rechnerisch ermittelte Gehalt an Extraktstoffen, die frei von Stickstoff sind (NfE).

Die ungünstigere gärchemische Zusammensetzung legt den Schluss nahe, dass bei Sorghumhirse mit geringeren Methanausbeuten zu rechnen ist als bei Mais.

Ausschlaggebend für die Methanerträge je Hektar ist aber die Biomasseproduktion. Hohe TM-Erträge können daher geringe Methanausbeuten wieder ausgleichen.