Mais lechzt nach Wasser – darauf müssen Sie jetzt achten

Mais vertrocknet

Mais hat in vielen Regionen mit der Dürre zu kämpfen

In der Jugendphase braucht Mais nicht viel Wasser. Aber gerade jetzt während der Blüte ist Wasser enorm wichtig für eine richtige Kolbenbildung und gute Erträge.

Und Regen fehlt jetzt dem Mais in vielen Regionen in Deutschland. Wir Bauern blicken auf eingerollte Maisblätter und Pflanzen die mehr braun als grün sind.

Grundsätzlich sorgen eher trockene Bedingungen zu Beginn des Mais-Wachstums für ein ausgedehntes Wurzelwachstum. Um an die Wasserreserven im Boden zu kommen. Und wenn es dann weiter wenig regnet – so wie jetzt, bekommt der Mais nicht mehr genug Wasser aus den Reserven, um in der wichtigen Phase die Kolben zu bilden und zu füllen.

Es passiert folgendes: Der Mais schiebt zwar noch Fahnen, weil der Wasservorrat im Boden dafür noch ausreicht, allerdings kommen die Narbenfäden nicht mehr rechtzeitig. Da dann keine Pollen vorhanden sind, bleibt die Befruchtung aus.

Das Mais unter Trockenstress leidet ist sehr offensichtlich zu beobachten: Die Symptome sind stumpfe, grüne Blattfarbe, gerollte und starr aufstehende Blätter. Die Pflanzen versuchen dadurch zu verhindern, dass Wasser verdunstet. Gleichzeitig stellen die Pflanzen das Wachstum ein.

Regnet es dann, kann die Pflanze sich zum Teil erholen, wenn noch nicht zu viele Blätter oder ganze Pflanzenteile abgestorben sind.

Je nachdem, ob Sie früh oder spät gesät haben und welche Sorten Sie ausgewählt haben, kann folgendes passieren:

  • Gestauchter Wuchs bei spät gesäten Beständen oder Mais, der nach Gras als Zweitfrucht gesät wurde. Rechnen Sie mit erheblichen Ertragseinbußen. Und wenn es nicht mehr regnet auch mit Totalverlust. Überlegen Sie, ob Sie den Bestand frühzeitig häckseln, um Platz für eine neue Frucht zu machen.
  • Schlecht befruchtete Kolben und erheblicher Befall mit Maisbeulenbrand können die Folge sein, wenn Die zu normalen Saatterminen gesät haben. Dann schiebt der Mais aktuell die Fahnen. Aber es werden dann Pollen fehlen, die zur Kolbenbildung gebraucht werden. Im Extremfall kann es sogar dazu kommen, dass sich gar kein Koben bildet. Nicht befruchtete Narbenfäden sind für Sporen vom Maisbeulenbrand ein gefundenes Einfallstor.
  • Schlecht gefüllte Kolben sind die Folge, wenn der Mais nach der Blüte eine Dürrperiode durchleiden muss. Ebenso können Gummikolben oder auch Kolbenlosigkeit auftreten.

Was nun?
Bevor Sie sich entscheiden, den Mais frühzeitig zu ernten, warten Sie noch ab.

Mais ist eine enorm zähe Pflanze, die auch mit Trockenstress umgehen kann und sich nach Regen wieder regeneriert.

Kontrollieren Sie Ihren Mais regelmäßig. Und wenn Sie feststellen, dass die Kolben schlecht oder gar nicht gefüllt sind, können Sie den Mais zumindest als Silage nutzen.

Achten Sie dann darauf, den Mais früh zu häckseln, damit Sie die Silage noch gut festfahren können. Faustregel: Bei Kolbenanteilen unter 30% auch bei unter 30% TM ernten.

Überprüfen Sie auch die Futterqualität nach der Ernte. Damit Sie die Futterration an die Inhaltsstoffe der Silage anpassen können.

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